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White Lies



DPA (Deutsche Presse Agentur)

Im klaren Kontrast zum Motiv scheint der Titel des siebten Albums des Duos Deine Lakaien: «White Lies» passt nun gar nicht zu dem beinah sakral anmutenden, ebenso dunklen wie klaren Gesang von Alexander Veljanov. Einsam, mittelalterlich bildet er den Überbau für die elektronisch-halbakustische Welt, die der Münchner Pianist und Dirigent Ernst Horn komponiert hat. Die Stimme dominiert die Melodien der zwölf Stücke, sie allein schafft die Homogenität des Albums. Deine Lakaien gehen sogar soweit, ihre Poesie der Phonetik unterzuordnen, indem sie in die englischen Texte das deutsche Wort «Wunderbar» einflechten. Daraus ergeben sich weitgehend traurige Balladen mit vielen klassischen Instrumenten.

Den Höhepunkt bildet zweifellos «Fleeting» mit weinender Geige und düsteren Celli. Darüber hinaus gelingt Deine Lakaien an drei Stellen der Bruch mit der eigenen Identität: «Stupid» besteht ausschließlich aus synthetischen Elementen, eine computergenerierte Stimme begleitet Veljanov, der im Refrain eine simple Partypop-Melodie bringt. Ein Exzess erwächst aus den Strophen von «Life Is A Sexually Transmitted Disease». Am Anfang stehen Klänge, die an 70er Jahre Science Fiction-Filme erinnern, dann schlägt das Spielen mit Veljanovs Stimme eine Brücke, bevor sie sich im absoluten Soundchaos verliert. In «Hands White» schließlich donnert ein Cello-Stakkato zu fliegend wechselndem Gesang in englisch und italienisch. Das Stück drückt Solidarität mit den Globalisierungsgegnern aus, die beim G8-Gipfel in Genua mit hochgehaltenen weißen Händen demonstrierten.